Mittwoch 31. Mai 2006

Literaturliste "Frau und Sex im Mittelalter"

Meine mittelelalterliche Münchner Hurengeschichte ist immer noch im Recherchestadium. Gestern Abend habe ich die Stapel von Büchern zu den Themen Frauen, Sex, Liebe, Ehe, Prostitution etc. im Mittelalter und der frühen Neuzeit, die meine sowieso schon vollgestopften Bücherregale nun endgültig überlaufen lassen, endlich einmal in einer Literaturliste notiert. Dreieinhalb Seiten in 10-Punkt-Schrift sind dabei zusammengekommen. Beruhigend ist, dass ich zwei Drittel davon schon gelesen habe und sich langsam aber sicher ein Bild der damaligen Menschen in meinem Kopf formt. Beunruhigend, dass mir viele kleine Informationen noch fehlen, die mir für den Charakter meiner Personen dennoch wichtig erscheinen. Zum Beispiel bin ich immer noch nicht sicher, ob und welche Kennzeichen die Prostituierten im späten 16. Jahrhundert in München an ihrer Kleidung tragen mussten. In manchen Städten waren dies gelbe Bänder oder rote Kopftücher. Für München habe ich da bisher keine gesicherte Quelle gefunden. Einen detaillierten Stadtplan aus der Zeit hätte ich auch noch gern. Die, die ich bis jetzt habe, sind nicht so doll. Überhaupt gibt es nur wenig Literatur, die sich konkret mit den Münchner Verhältnissen im Mittelalter beschäftigt. Über Köln, Schwäbisch Hall oder Nürnberg gibt es eine ganze Menge, aber ich habe mich nun einmal auf die gemeinen Münchner Frauenzimmer kapriziert ...

Sarah Ines | 31. Mai 2006, 13:05 | [0] Kommentare  

Montag 2. Januar 2006

Recherchen

Der Weihnachtswahnsinn ist vorbei. Das neue Jahr hat feucht-fröhlich angefangen, ohne störende gute Vorsätze. Das Familienschauspiel habe ich an einem, dem hochheiligen Abend hinter mich gebracht. Sonstige Pflichttermine habe ich schlichtweg ignoriert.
Mein Süßer musste leider ohne Rücksicht auf Festtage und Hormonschübe die meiste Zeit arbeiten. Also konnte ich die Zeit zwischen den Jahren für Lesen und Recherchen nutzen.
In der Monacensia hat die Bibliothekarin Christine Hannig mir sehr weitergeholfen, ich musste nicht einmal die Kopien selbst machen.
Leider musste ich feststellen, dass das "Buch" über Münchner "Henker, Hexen und Huren im alten München" nur ein Kapitel im Buch "Beiträge zur Geschichte der Stadt München" von Michael Schattenhofer ist.
Heute hole ich noch einen Packen Bücher aus der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig ab (online bestellt per OPAC).
Meine Story wird höchstwahrscheinlich im Jahr 1595 spielen, im Jahr, in dem das Haus der "gemeinen Töchterlein" geschlossen wurde und eine Doppelmoral durch eine andere ersetzt wurde.

Sarah Ines | 02. Januar 2006, 12:01 | [0] Kommentare  

Dienstag 13. Dezember 2005

Dirnen und Henker

Ich lese gerade »Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker. Außenseiter in einer mittelalterlichen Stadt« von Franz Irsigler, Arnold Lassotta, gefunden im Texxt-Buchshop in der Sendlinger Straße. Dort geht's zwar um Köln, aber so bekomme ich schon einen Eindruck, Atmosphäre für meine Story. Ein ähnliches Buch soll es auch über München geben, herausgegeben vom Oberbayrischen Archiv, aber danach suche ich noch. Vielleicht finde ich's in der Bibliothek der Monacensia.

Sarah Ines | 13. Dezember 2005, 14:12 | [0] Kommentare  

Donnerstag 1. Dezember 2005

Fiebrig

Ich bin fiebrig, ein wenig, lese fiebrig, warte auf den Moment, in dem meine Protagonistin aus mir herausspringt, tanze bis dahin im tiefen Mittelalter den Reigentanz mit Marktweibern und Mönchen, Handwerkern und Rittern, Bürgern und Kaufmännern, Hübschlerinnen und anständigen Frauenzimmern.

Sarah Ines | 01. Dezember 2005, 15:12 | [0] Kommentare  

Montag 21. November 2005

Strafe für Ehebruch

Ehebruch wurde im Mittelalter öffentlich bestraft. Für Männer war er eher eine lässliche Sünde, es sei denn, er lebte im Konkubinat mit seiner Geliebten. Frauen wurden je nach Zeit und Ort an den Pranger gestellt, ausgepeitscht, gesteinigt, aus der Familie und der Gemeinschaft ausgestoßen, gelegentlich sogar lebendig begraben, manchmal auch auf direktem Wege ins städtische Bordell expediert.
Erschreckt hat mich, dass Ehebruch bis 1969 noch im bundesdeutschen Gesetz im Paragraph 172 des Strafgesetzbuches stand.
Wie man weiß, ist Ehebruch auch heute noch in vielen Ländern, nicht nur im Nahen Osten, eine gefährliche Sache, ob er nun offiziell strafbar ist oder die Sanktionierungen bis zum Ehrenmord eher milde bestraft werden.

Die Hauptfigur in meinem neuen Projekt soll kein unschuldiges Mäuschen sein, nicht ein Opfer nach dem Motto "die arme Frau", eher eine starke Figur, die kämpfen muss mit der lebensgefährlichen Prüderie ihrer Zeit. Auch wenn ich eine historische Geschichte schreiben will, kann es doch auch eine Allegorie auf die heutige Zeit sein, die in Wirklichkeit nicht so liberal ist, wie sie immer tut.

Sarah Ines | 21. November 2005, 12:11 | [0] Kommentare  
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